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Irisch-Gälischer Spruch, bedeutet tausendfach willkommen

Cead mile failte … das ist Irisch-Gälisch und bedeutet: tausendfach willkommen. Willkommen auf unserer nagelneuen Webseite und willkommen bei den News. Unser zweiter Trip nach Irland ist ja noch nicht sooo lange her, demnach als Thema für die Rubrik Neuigkeiten topgeeignet. Ende Mai nahmen wir uns acht Tage Auszeit, flogen nach Dublin, fuhren von dort mit dem Mietwagen nach Sligo im Nordwesten der Insel, residierten fürstlich im „Glasshouse“ und bestaunten jeden Tag irgendein anderes Fleckchen Irland, mal ganz in der Nähe, mal weiter weg.

Für die Interessierten:

Der County Sligo wird „Yeats Country“ genannt. Die Gegend war Inspiration für einige Werke des berühmten irischen Schriftstellers William Butler Yeats. In Drumcliffe, einen Steinwurf von Sligo entfernt, liegt der Poet auch begraben. Klar, dass wir dem schönen, alten Friedhof mal kurz unsere Referenz erwiesen.

Sligo selbst muss man jetzt nicht unbedingt gesehen haben: alte Häuser, abgewohnt, wenig renoviert, viel Leerstand. Aber es war halt nun mal sieben Nächte lang unser Zuhause. Das Städtchen wird vom Fluss Garavogue geteilt, der übrigens auch direkt an unserer Bleibe vorbeirauschte. Wir besichtigten eine alte Abbey, kauften die Läden leer, schlemmten uns durch meist fremdländische Küchen und schlürften das eine oder andere Guinness in dem einen oder anderen Pub, traditionelle Sessions inklusive.

Etwas außerhalb liegt „Strandhill“, ein idyllisches Plätzchen direkt am Atlantik, das uns ehrlich in seinen Bann zog. Sollte es euch mal dorthin verschlagen: genießt einen Kaffee oder Tee und frisch zubereitete Speisen im „Shells“.
Mullaghmore Head ist so ein Ort, an dem man stundenlang verweilen will, weil der einen irgendwie verzaubert. Dasitzen und aufs Meer starren, mehr braucht Man(n) nicht ☺

Wahrzeichen der Grafschaft Sligo ist der Tafelberg „Ben Bulben“, der etwa zehn Kilometer vor der Stadt über 500 Meter aus dem Boden ragt. Egal aus welcher Richtung man kommt: man sieht immer zuerst ihn, den Tom Dooley. So nannten wir den Hügel, weil wir uns Ben Bulben seltsamerweise nie merken konnten.

Durch die Hafenstädtchen Donegal und Killybegs, immer dem „Wild Atlantic Way“ folgend, kurvten wir zu den imposanten Klippen von „Slieve League“. Obwohl wir uns mehr als einen halben Kilometer über dem Atlantik befanden, wehte eher nur ein laues Lüftchen. Und die See lag da, so spiegelglatt und ruhig wie abgestandenes Badewasser.

Galway ist ein quirlige, lebendige Stadt mit diesen typisch bunten Häusern, reihenweise Cafes und Kneipen, Straßenmusikern, Souvenir- und Instrumentenläden, Alten und Jungen, Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen. Wir ließen uns mit so einer richtig kitschigen Touristen-Bimmelbahn durch die Gegend kutschieren und entdeckten auf diese Weise die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein Abstecher über die berühmte Salthill Promenade entlang der Galway Bay durfte natürlich nicht fehlen.

Schwer beeindruckt hat uns Derry in Nordirland, vor allem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen - vereinfacht ausgedrückt - Nationalisten und Unionisten. Als Hochburg der „Troubles“ genannten Unruhen gelten mehrere Straßenzüge im Stadtteil „Bogside“. Es ist ein von irischen Republikanern und Nationalisten bewohnter Bezirk außerhalb der historischen Stadtmauern von Derry.

Nachdenklich stimmten uns die „Murals“ genannten elf großen Giebelwandbilder, welche sich über die ganze Länge der Rossville Street ziehen und als Hommage an die Leiden gedacht sind, welche im Kampf um die Menschenrechte überstanden werden mussten.

Das Wahrzeichen der „Bogside“ ist die „Free Derry Corner“. Im Januar 1969 schrieben die Bewohner am Zugang in ihr Wohnviertel die Warnung „You are now entering Free Derry“ in großen Lettern an eine Hausmauer.

Wir hatten Zeit, und wir ließen uns die Zeit, und tranken deshalb unzählige Kaffees jeglicher Art, von Americano über Cappuccino bis Latte, und zwar in ebenso unzähligen Cafes oder Tankstellen. In letzteren bekommt man übrigens alles, was das Herz begehrt. Frische Lebensmittel, Sandwiches, Getränke, Kohle und Torf, Schubkarren und Schaufeln, Süßigkeiten und Zeitungen, Abfluss-Stopfen und Eis ... ach ja, Diesel und Benzin gab´s auch. Die Benutzung der Toiletten ist übrigens immer frei, meist sind sie vorbildlich sauber.

Was wir auch unternahmen: es war stets angenehm warm, täglich schien die Sonne, der Wind blies sanft, ich glaube, dass es in der ganzen Zeit überhaupt nur einmal ganz kurz geregnet hat. Es gab nie auch nur ansatzweise Zoff, im Gegenteil: Aufstehen, zusammenkommen, gemeinsam was erleben, Blödsinn labern, Lachen ohne Ende, schlafen gehen.

Einziger Wermutstropfen - halber Punkt Abzug ☺ - waren die Aufzüge im „Glasshouse“. Die führten nämlich ihr Eigenleben und lieferten uns regelmäßig erst nach mehrminütiger Irrfahrt durch den ganzen Komplex auf der von uns gewählten Etage ab. Was uns am dritten Tag auf die Idee brachte, die Nächte gleich im Lift zu verbringen.

Geil, dass wir nach Irland reisten, denn da war´s natürlich wunderbar. Aber ich glaube, wir hätten auch nach Bielefeld oder Lüdenscheid fahren können. Die Gaudi wäre wohl die gleiche gewesen.

Lasst euch von den Bildern beeindrucken, bewundert die Welt

Slán go fóill ☺ Chris